Ordnung schaffen, aber wo anfangen?

Ordnung schaffen, aber wo anfangen?

Sabrina Müller
von Sabrina Müller

Wenn du ständig aufräumst und trotzdem nie fertig wirst, hat das meist nichts mit mangelnder Disziplin zu tun.

boho wohnzimmer mit goldigen Details

Neulich sagte eine Kundin zu mir: «Ich habe das Gefühl, mein Zuhause produziert nachts heimlich neue Sachen.»

Wir mussten beide lachen.

Aber je länger ich darüber nachdachte, desto treffender fand ich diesen Satz.

Denn genau so fühlt es sich manchmal an.

Man räumt die Küche auf, versorgt die Einkäufe, sortiert die Post und legt die Wäsche zusammen. Eigentlich macht man ständig irgendetwas. Trotzdem scheint die Arbeit nie weniger zu werden.

Vor kurzem wollte ich selbst nur schnell die Post versorgen. Wirklich nur schnell. Auf dem Weg fiel mein Blick auf die Tasche, die seit dem letzten Ausflug noch im Gang stand. Die könnte man ja auch gleich ausräumen. In einer Seitentasche fand sich eine Sonnencreme. Die gehörte ins Badezimmer.

Dort angekommen, fiel mir die Schublade auf, die ich schon länger einmal ausmisten wollte. Also zog ich sie kurz auf.

Zehn Minuten später hielt ich einen uralten Lippenpflegestift in der Hand und hatte vergessen, was ich ursprünglich eigentlich erledigen wollte.

Kommt dir bekannt vor?

Falls ja, habe ich eine gute Nachricht.

Das Problem ist sehr wahrscheinlich nicht mangelnde Disziplin.

Warum Aufräumen nicht das Problem löst

Viele Frauen glauben, sie müssten einfach konsequenter sein. Besser organisiert. Disziplinierter.

Doch die meisten Frauen, die mich kontaktieren, sind alles andere als chaotisch. Sie organisieren Familien, führen Unternehmen, koordinieren Termine und tragen täglich eine Menge Verantwortung.

Das Problem ist nicht, dass sie zu wenig tun.

Das Problem ist, dass sie ständig aufräumen, anstatt Ordnung zu schaffen.

Das klingt ähnlich, ist aber ein entscheidender Unterschied.

Aufräumen bedeutet, Dinge zurück an ihren Platz zu legen.

Ordnung schaffen bedeutet, sich zu fragen, ob diese Dinge überhaupt noch einen Platz in deinem Zuhause verdienen.

Viele Häuser sind nicht unordentlich, weil ihre Bewohnerinnen chaotisch wären. Sie sind über Jahre langsam voller geworden. Mit jedem Ferienandenken, jedem Geschenk, jedem Hobby und jedem "Das könnte ich vielleicht irgendwann noch brauchen".

Bis irgendwann die Menge an Dingen grösser wird als die Zeit und Energie, die man ihnen widmen möchte.

Krimskrams Schublade

Die Krimskrams Schublade lügt nie

Ich bin überzeugt, dass fast jeder Haushalt mindestens eine solche Schublade besitzt.

Du kennst sie.

Darin liegen Batterien, Büroklammern, ein altes Ladekabel, zwei Schlüssel ohne erkennbares Schloss und vermutlich auch die Bedienungsanleitung eines Geräts, das längst nicht mehr existiert.

Diese Schublade ist wie ein kleines Museum früherer Lebensentscheidungen.

Und sie zeigt etwas sehr Schönes:

Du bist nicht chaotisch. Du bist einfach ein Mensch.

Der Fehler, den fast alle machen

Irgendwann hat man genug und beschliesst, endlich Ordnung zu schaffen.

Dann wird der Keller in Angriff genommen. Oder der Estrich. Oder gleich das ganze Haus.

Genau dort scheitern viele.

Nicht weil sie zu wenig motiviert wären, sondern weil grosse Projekte kaum schnelle Erfolgserlebnisse bieten.

Nach zwei Stunden stehen Kisten herum, Schranktüren sind offen und das Zuhause sieht aus, als hätte man einen Umzug begonnen.

Deshalb empfehle ich meinen Kundinnen fast nie, mit dem Keller zu starten.

Wo du stattdessen anfangen solltest

organisierte Schublade im Badezimmer

Beginne dort, wo du die Veränderung jeden Tag spürst.

Im Badezimmer

Bei der Garderobe.

In dem Küchenschrank, der dich regelmässig in den Wahnsinn treibt.

An Orten, die Teil deines Alltags sind.

Dort entsteht nicht nur Ordnung. Dort entsteht Erleichterung.

Und genau dieses Gefühl sorgt dafür, dass man weitermachen möchte.

Eine Frage, die Entscheidungen überraschend einfach macht

Wenn du heute etwas aussortieren möchtest, stelle dir bei jedem Gegenstand dieselbe Frage:

Würde ich das heute noch einmal kaufen?

Nicht damals. Nicht vor zehn Jahren. Heute.

Diese Frage ist erstaunlich ehrlich.

Plötzlich sieht man Dinge anders. Die Vase ganz hinten im Schrank. Die Küchenmaschine, die zweimal benutzt wurde. Die Dekoration, die eigentlich schon lange nicht mehr zum eigenen Geschmack passt.

Oft behalten wir Dinge nicht, weil wir sie lieben, sondern weil wir uns an sie gewöhnt haben.

Vielleicht fehlt dir gar nicht die Motivation.

Viele Frauen warten darauf, endlich genügend Motivation zu haben.

Doch vielleicht fehlt dir gar nicht die Motivation

Vielleicht fehlt dir einfach die Zeit.

Eine Kundin sagte einmal zu mir:

"Ich weiss genau, was ich tun müsste. Aber wenn ich am Samstag drei freie Stunden habe, möchte ich lieber mit meinem Mann einen Cappuccino trinken gehen, als meine Weihnachtsdekoration zu sortieren."

Ganz ehrlich?

Das konnte ich sehr gut nachvollziehen. Denn Zeit ist kostbar.

Und nicht jede Aufgabe muss man selbst erledigen.

Manchmal ist Unterstützung die beste Lösung

Wir holen Hilfe für die Steuererklärung, für den Garten oder für die Fensterreinigung.

Beim Thema Ordnung fällt vielen Frauen dieser Gedanke schwerer.

Dabei ist professionelle Unterstützung nichts anderes.

Nicht jede Kundin möchte selbst aussortieren. Manche wünschen sich vor allem Entlastung. Sie möchten nach Hause kommen und spüren, dass sich etwas verändert hat. Dass Räume wieder Luft bekommen haben. Dass ihr Zuhause wieder leichter geworden ist.

Und genau das ist möglich.

Ordnung ist kein Selbstzweck

Am Ende geht es nämlich nicht um perfekt beschriftete Boxen oder Schubladen wie auf Pinterest.

Es geht darum, morgens durch dein Zuhause zu laufen, ohne dass dein Blick sofort an fünf unerledigten Aufgaben hängen bleibt.

Es geht darum, Dinge wiederzufinden. Durchzuatmen. Sich wohlzufühlen.

Und vielleicht auch darum, am Samstag tatsächlich diesen Cappuccino trinken zu gehen.

Denn Ordnung bedeutet nicht Perfektion.

Ordnung bedeutet, dass dein Zuhause dich unterstützt, statt ständig nach deiner Aufmerksamkeit zu verlangen.

Sabrina Mueller Ordnungsprofi mit Boxen und Tasche


🌟 Dein nächster Schritt

Vielleicht hast du beim Lesen an genau die Schublade gedacht, die du schon seit Monaten aussortieren möchtest. Oder an den Keller, den du jedes Mal schnell wieder vergisst, sobald die Tür zu ist.

Vielleicht hast du aber auch einfach gemerkt, dass es gar nicht an fehlender Disziplin liegt. Dass du nicht noch organisierter, effizienter oder produktiver werden musst.

Manchmal braucht es nicht mehr Tipps. Manchmal braucht es Unterstützung.

Wenn du dir wünschst, dass dein Zuhause wieder leichter wird und du nicht länger alles alleine stemmen möchtest, begleite ich dich gerne dabei.

👉 Buche ein unverbindliches Kennenlerngespräch und wir schauen gemeinsam, welcher Weg für dich und deinen Alltag am besten passt. Hier entlang




Sabrina Müller
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